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30/08/2010 Sinkt der pH-Wert des Blutes ist Vorsicht geboten
Sinkt der pH-Wert im Blut, weil sich saure Stoffwechselprodukte ansammeln, kann das dazu beitragen, dass sich eine bereits vorliegende chronische Nierenkrankheit verschlechtert. Dieser wissenschaftliche gut untersuchte Zusammenhang konnte aktuell durch die Sichtung klinischer Studien bestätigt werden.

Bei einer chronischen Erkrankung ist die Niere nur eingeschränkt in der Lage, aus Stickstoffverbindungen Ammoniak herzustellen. Das führt wiederum dazu, dass weniger Wasserstoff-Ionen ausgeschieden werden und sich saure Stoffwechselprodukte im Blut ansammeln können. Dadurch wird der Säure-Base-Haushalt des Bluts gestört und der pH-Wert sinkt. Als Folge davon kann es dazu kommen, dass das Blut übersäuert, ein Zustand, der als metabolische Azidose bezeichnet wird.

Die Auswertung der klinischen Untersuchungen durch Professor Muhammed M. Yaqoob vom William Harvey Research Institute in London bestätigte, dass die metabolische Azidose wiederum dazu beitragen kann, dass die Nierenerkrankung fortschreitet und eine Protein-Energie-Mangelernährung auftritt.

Einen Ausweg aus diesem Teufelskreis bietet eine weitere klinische Studie: Sie zeigt auf, dass Natriumhydrogenkarbonat, oft auch als Speisesoda oder Backpulver bezeichnet, eine einfache und billige Therapieoption sein könnte. Denn das Backpulver kann der Übersäuerung entgegenwirken und so den Verlust der Nierenfunktion abmildern, das Fortschreiten der Erkrankung bis zum Endstadium verringern und die Ernährungsparameter verbessern.

Quelle: Muhammed M. Yaqoob. Curr Opin Nephrol Hypertens, Onlineveröffentlichung vom 9. Juni 2010.

Biermann Medizin