Suchen

News-Archiv

01/12/2009 Dialyse nach Herzinfarkt sicher
Patienten mit Niereninsuffizienz, die einen Herzinfarkt hatten, scheinen getrost weiter zu ihren regelmäßigen Dialyse-Sitzungen gehen zu können. Eine neue Studie zeigt, dass Dialyse-Behandlungen keinen negativen Einfluss auf die Herzgesundheit von Nierenpatienten haben.

Patienten mit einem Nierenleiden sind besonders anfällig für Herzinfarkte und erleiden häufig einen, während sie sich in Dialyse-Behandlung befinden. Bislang waren Ärzte sich unsicher, ob die Dialyse-Behandlung für Herzinfarkt-Patienten sicher ist. Oft wurde die eigentlich notwendige Behandlung aufgrund der Herzerkrankung verschoben.

Dr. George Coritsidis von der Mount Sinai School of Medicine und seine Kollegen überprüften die Krankenakten von 131 Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung, die einen Herzinfarkt hatten, während sie sich in Dialyse-Behandlung befanden.

Sie suchten vor allem nach Hinweisen darauf, ob der Zeitpunkt, an dem nach dem Herzinfarkt wieder eine Dialyse-Sitzung stattfand, Einfluss auf die Herzgesundheit der Patienten hatte.

In der Fachzeitschrift Clinical Journal of the American Society Nephrology (CJASN) berichten sie, dass etwa die Hälfte der Patienten innerhalb von 24 Stunden nach dem Herzinfarkt wieder eine Dialyse-Sitzung erhalten habe. Ein weiteres Viertel erhielt zwischen 24 und 48 Stunden nach dem Infarkt eine Dialyse, beim Rest der Patienten lagen zwischen Herzinfarkt und Dialyse mehr als 48 Stunden.

Eine Verbindung zwischen dem Zeitpunkt der ersten Dialyse nach dem Herzinfarkt und kardialen Ereignissen - wie Brustschmerzen oder Einweisungen in die Notaufnahme - fanden die Forscher nicht.

"Unsere Studie liefert keine Hinweise darauf, dass das Timing der Dialyse ein Risiko darstellt. Wichtiger ist wohl der Kaliumstatus, seine Behandlung und die Schwere der Erkrankung bei Einweisung des Patienten", schreiben die Autoren.

"Da es sich um eine rückblickende und relativ kleine Studie handelt, können wir keine klaren Empfehlungen geben. Doch unsere Ergebnisse legen nahe, dass man sich eher um Veränderungen des Kaliumspiegels kümmern sollte, als die Dialyse zu verschieben", fügten sie hinzu.

Quelle: Clinical Journal of the American Society Nephrology, online 9. Juni 2009

Biermann Medizin

zurück