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15/03/2010 Auch leichte Nierenerkrankungen verringern die Lebensqualität von Kindern
Auch leichte oder moderate Nierenerkrankungen schränken die Lebensqualität von Kindern deutlich ein. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Johns Hopkins Children's Center in Maryland. Damit widersprechen sie der gängigen Annahme, dass nur Kinder mit Nierenerkrankungen im Endstadium Rückschläge in unterschiedlichen Lebenslagen erleiden.

"Auch leicht und moderat verringerte Nierenfunktionen führen zu ernsten physischen, emotionalen, intellektuellen und sozialen Einschränkungen", erläuterte Dr. Arlene Gerson, Kinderpsychologin an der Johns Hopkins Klinik und Leiterin der Studie. Sie schlug vor, dass bei Kindern früher auf diese Einschränkungen geachtet und zügiger als bislang interveniert werden sollte.

Gerade erkrankten Kindern, die von Lernproblemen berichten, könnte man helfen, noch bevor sich ihre Noten verschlechtern. Bislang erhalten Kinder mit chronischen Erkrankungen erst dann speziellen Unterricht, wenn ihre Werte dramatisch absinken.

Für die Studie wurden 402 Kinder im Alter zwischen zwei und 16 Jahren mit leichten bis moderaten Nierenerkrankungen analysiert. Die Wissenschaftler suchten nach einer Verbindung zwischen der Nierenfunktion, dem Grad und der Dauer der Erkrankung und dem Alter zu Krankheitsbeginn einerseits und nach physischen, emotionalen, psychologischen und schulischen Einschränkungen andererseits. Zusätzlich wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität zwischen gesunden Kindern und Kindern mit einer Nierenerkrankung in frühem Stadium verglichen. Zur Einschätzung der Lebensqualität verwendeten die Wissenschaftler standardisierte Fragebögen (Pediatric Inventory of Quality of Life Core Scales, PedsQL).

Erkrankte Kinder und ihre Eltern berichteten von einer eingeschränkten Lebensqualität. Kinder mit Nierenerkrankungen im frühen Stadium erzielten durchschnittlich 75 von 100 Punkten, im Vergleich zu 83 von 100 Punkten bei gesunden Kindern. Die Unterschiede waren vor allem bei den schulischen Leistungen deutlich, da erkrankte Kinder hier 64 Punkte aus 100 (verglichen mit 80 aus 100 bei gesunden Kindern) erhielten.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass je jünger die Kinder zu Krankheitsbeginn waren und je länger die Kinder mit der Erkrankung lebten, desto besser war die allgemeine Lebensqualität - ein überraschendes Ergebnis, das nahe lege, dass die Kinder es mit der Zeit lernen mit der Erkrankung zu leben, ergänzen die Wissenschaftler.

Die Forscher entdeckten, dass kleine Kinder mit zierlichem Körperbau ein weitverbreiteter Krankheitseffekt eine geringere Lebensqualität und schlechtere physische Funktionen aufwiesen. Dies sei ein Indikator dafür, wie wichtig eine frühzeitige Behandlung sei.

"Frühe und maßgeschneiderte Behandlungen, sei es über die Ernährung, Salzzusätze oder Wachstumshormone falls nötig, könnten einen großen Unterschied ausmachen. Wir können die Bedeutung der frühen Intervention bei Kindern mit Nierenerkrankungen im Anfangsstadium nicht genug betonen," sagte Susan Furth, Kindernephrologin an der Hopkins Kinderklinik.

Die Arbeit, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Pediatrics veröffentlicht wurde, ist Teil einer Studie, die vom National Institute of Health finanziert wird, um chronische Nierenerkrankungen bei Kindern zu untersuchen.

Quelle: Pediatrics, 18. Januar 2010

Biermann Medizin

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