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26/04/2010 Risikofaktoren für Vitamin D-Mangel bei Dialyse-Patienten entdeckt
Dialyse-Patienten, die einen niedrigen Albumingehalt im Blut haben und im Winter mit der Dialyse starteten, haben nahezu alle einen Mangel an Vitamin D, laut einer aktuellen Studie des Fachmagazins Clinical Journal of the American Society Nephrology (CJASN). Die Wissenschaftler identifizierten demnach eine Patientengruppe, die ein extrem hohes Risiko für Vitamin D-Mangel habe und bieten mögliche Erklärungsansätze für die Zusammenhänge.

Vitamin D-Mangel ist bei Dialyse-Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium weitverbreitet, ungeklärt ist allerdings, welche Patienten ein erhöhtes Risiko tragen. Dr. Ishir Bhan vom Massachusetts General Hospital und seine Kollegen suchten nach einen Weg, wie routinemäßig erfasste klinische oder demographische Charakteristika dazu genutzt werden könnten, Dialyse-Patienten mit einem hohen Risiko für Vitamin D-Mangel zu identifizieren.

Die Forscher analysierten Daten von 908 Patienten der Accelerated Mortality on Renal Replacement (ArMORR)-Kohorte, die eine repräsentative Gruppe der gesamten Studienpopulation darstellten. Die Daten von 60 Prozent der Teilnehmer wurden dazu verwendet, potentielle Vorzeichen für Vitamin D-Mangel zu suchen. Die Daten der restlichen 40 Prozent nutzten sie, um diese Vorzeichen zu überprüfen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass 79 Prozent der Personen zu wenig Vitamin D im Körper hatten. Bei Frauen und bei Personen mit schwarzer Hautfarbe lag vermehrt ein Mangel vor. Ein niedriger Albumin-Gehalt im Blut ist zudem ein deutliches Vorzeichen. Auch bei Patienten, die die Dialyse im Winter begannen, kam es häufiger zu Mangelerscheinungen. Innerhalb der Gruppe, deren Daten zur Überprüfung genutzt wurden, erhöhte ein geringerer Albumin-Gehalt und der Dialyse-Start in den Wintermonaten die Wahrscheinlichkeit des Vitamin D-Mangels bei afroamerikanischen Frauen von 90 auf 100 Prozent, bei afroamerikanischen Männern um 15 Prozent (von 85 auf 100 Prozent), bei weißen Frauen von 82 auf 94 Prozent und weißen Männern von 66 auf 92 Prozent.

"Die Forschungsarbeit zeigt Risikofaktoren für einen ernährungsbedingte Vitamin D-Mangel bei Dialyse-Patienten auf und bietet mögliche Erklärungsansätze", so Dr. Bhan. Ein möglicher Zusammenhang zwischen niedrigem Albuminspiegel und Vitaminmangel sei, dass Risikopatienten große Mengen an Proteinen über den Urin ausscheiden. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Vitamin D-Bindeprotein, welches das Vitamin im Blut transportiert, ebenfalls über den Urin verloren geht. Das führe wiederum dazu, dass auch Vitamin D ausgeschieden würde.

Ältere Forschungsprojekte legen nahe, dass Dialyse-Patienten Vitamin D nur bedingt über Sonnenlicht herzustellen können. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen nun jedoch, dass die Produktion über die Haut bei Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium wahrscheinlich sehr wichtig ist.

Quelle: Bahn I. et al, Clin J Am Soc Nephrol 2010; 5: 460-467. Onlineveröffentlichung vom 25. Februar 2010

Biermann Medizin

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