05/07/2010 Schwangere mit Nierenerkrankung brauchen intensive ärztliche Betreuung
Bei werdenden Müttern mit chronischen Nierenerkrankungen ist besondere Vorsicht geboten, warnen italienische Wissenschaftler. Selbst frühe Stadien der chronischen Erkrankung könnten den Verlauf der Schwangerschaft beeinflussen.
Die Forscher begleiteten 358 Frauen (91 Frauen mit chronischer Nierenerkrankung und 267 gesunde Frauen als Kontrollgruppe) durch ihre Schwangerschaft, bis ungefähr einen Monat nach der Geburt. Die Umstände der Geburt dienten ihnen dabei als Vergleichskriterien: Sie erfassten wie viele Kinder zu früh oder mit Kaiserschnitt geboren wurden oder wie viele nach der Geburt zunächst auf der Intensivstation betreut werden mussten.
Bei den 91 Frauen mit einer chronischen Nierenkrankheit traten diese Komplikationen vergleichsweise häufig auf. Während nur fünf Prozent der gesunden Frauen ihr Kind zu früh zur Welt brachten, kam dies bei 44 Prozent der erkrankten Frauen vor. Auch Kaiserschnitte wurden bei den nierenkranken Schwangeren häufiger durchgeführt - bei 58 Prozent statt 25 Prozent der Frauen. Zudem musste jedes vierte Kind zunächst auf der Intensivstation betreut werden, während das nur bei circa jedem 100. Kind von gesunden Frauen notwendig war.
Bei Frauen, die eine chronische Nierenkrankheit in einem sehr frühen Stadium hatten (Stadium 1), kamen Frühgeburten und nachgeburtliche Intensivpflege nicht ganz so oft vor (bei 33 Prozent beziehungsweise 18 Prozent der Frauen) - allerdings immer noch deutlich häufiger als bei gesunden Frauen. In diesem frühen Stadium leidet der Patient selbst zumeist noch nicht unter einer eingeschränkten Nierenfunktion.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie wichtig eine intensive Schwangerschaftsbetreuung bei Patientinnen mit chronischer Nierenkrankheit ist. Die Wissenschaftler aus Torino raten zu einer engmaschigen Kontrolle.
Quelle: Piccoli G.B. et al., Clinical Journal of the American Society of Nephrology 2010; 5: 844-855 (Onlineveröffentlichung vom 22. April 2010).
Biermann Medizin
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