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12/07/2010 Die Selbsterneuerung bestimmter Nierenzellen verhindert Erkrankungen
Nierenzellen sind immer wieder starken Belastungen wie Giftstoffen ausgesetzt. Damit sie diesen standhalten können, erneuern sich die betroffenen Zellen oft. Ist dieser Mechanismus gestört, so kann das zu chronischen Nierenerkrankungen führen.

Wie wichtig die Selbsterneuerung der Zellen gerade in den Nieren ist, haben jetzt Wissenschaftler aus Freiburg entdeckt. Sie erhoffen sich von ihren Erkenntnissen einen neuen Ansatz für die Therapie chronischer Nierenerkrankungen.

Podozyten sind Zellen der Nierenkörperchen, die für die Filterfunktion des Organs wichtig sind. Daher sind sie Giftstoffen und anderen Belastungen verstärkt ausgesetzt. Damit sie ihre Funktion trotzdem zuverlässig ausüben können, vernichten sie sich in regelmäßigen Abständen selbst und machen so Platz für neue Zellen. Mit zunehmendem Alter funktioniert dieser Mechanismus allerdings immer weniger gut; darin sehen die Freiburger einen Grund, dass Nierenerkrankungen bei älteren Menschen häufiger auftreten.

Sie beobachteten in Mäusen mit Proteinurie, dass sich die Podozyten häufiger selbst erneuerten. Von Proteinurie sprechen Mediziner, wenn größere Mengen Eiweiß mit dem Urin ausgeschieden werden. Kurzfristig kann das auch bei gesunden Menschen auftreten, wird allerdings über einen längeren Zeitraum vermehrt Eiweiß ausgeschieden, so kann das ein Zeichen für eine fortschreitende Nierenerkrankung sein. Erneuerten sich die Podozyten in den Mäusen mit Proteinurie nicht, so führte das häufig zu Erkrankungen der Nieren.

Zudem tauschten sich die Zellen bei älteren Mäusen nur noch seltener aus. Das führte dazu, dass Podozyten verloren gingen. Nach Ansicht der Wissenschaftler handelt es sich hierbei um einen Schrittmacher für die Alterung der Nieren.

Quelle: Hartleben B. et al., J Clin Invest. 2010 Apr; 120(4): 1084-96, Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg vom 21. April 2010.

Biermann Medizin

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